März 2026: Schenken - Warum, wann und wie viel? Eine Bestandsaufnahme zwischen Tradition und sozialem Druck
Shownotes
In dieser Folge von „märz 2026: Schenken - Warum, wann und wie viel? Eine Bestandsaufnahme zwischen Tradition und sozialem Druck“ dreht sich alles um das Thema Schenken - und warum es oft mehr Fragen als Antworten aufwirft. Elmar und Philip beleuchten, wie sich das Schenken über die Lebensphasen verändert, welche kulturellen Unterschiede es gibt und warum wir uns oft unter Druck gesetzt fühlen, irgendetwas zu verschenken - selbst wenn es niemand wirklich braucht.
Statistiken und Traditionen: Wann, wie viel und an wen?
Schenken ist ein Milliardengeschäft: Allein in Deutschland werden jährlich über 120 Milliarden Euro für Geschenke ausgegeben - von kleinen Aufmerksamkeiten bis hin zu Immobilien. In den USA liegen die durchschnittlichen Ausgaben pro Kind bei etwa 500 US-Dollar im Jahr, wobei Feiertage wie Weihnachten, Geburtstage und Thanksgiving (das in Deutschland kein Pendant hat) die Hauptanlässe sind. Doch wer schenkt eigentlich wem - und ab wann? Philip berichtet von der asiatischen Tradition der roten Umschläge (Hongbao), die zum chinesischen Neujahrsfest von Älteren an Jüngere verschenkt werden - ein Brauch, der schon Kleinkindern gilt. In Europa hingegen verschiebt sich Gefühlt der der Fokus oft erst ab der Pubertät von materiellen Geschenken hin zu Geld, etwa ab 14-16 Jahren, wenn Jugendliche beginnen, sich von den Eltern zu emanzipieren. Doch selbst dann bleibt die Frage: Wann hört das Schenken auf? Bei Hochzeiten etwa wird oft Geld bevorzugt, um die Feier mitzufinanzieren - eine pragmatische Lösung, die nicht alle teilen. Elmar erzählt von kulturellen Unterschieden selbst innerhalb Deutschlands, wo er und seine Frau unterschiedliche Ansichten zum Thema Geld vs. materielle Geschenke hatten.
Sozialer Druck und Erwartungen: Warum Schenken oft zur Pflicht wird
Schenken soll Freude bereiten – doch allzu oft wird es zur Verpflichtung. Ob Geburtstagsfeiern in der Schule oder Kindergeburtstag zu Hause (mit den berühmten Mitgepsel-Tütchen), Weihnachtsgeschenke für Kollegen oder der Zwang, irgendetwas zu überreichen, weil es „dazu gehört“: Der soziale Druck ist allgegenwärtig. Elmar und Philip diskutieren, wie dieser Druck entsteht - etwa durch Eltern, die sich mit aufwendigen Geschenketütchen überbieten, oder durch die Erwartungshaltung, dass jeder etwas bekommen muss. Doch was passiert mit den Geschenken, die niemand braucht? Die klare Antwort der beiden: Wegwerfen! Die Geste zählt - nicht das Objekt. Ob Bücher, die nie gelesen werden, oder Klamotten, die nicht mehr passen - Nachhaltigkeit sieht hier anders aus. Einzig bei praktischen Dingen (wie Elmars Beispiel der Spülmaschine für den Auszug der Kinder) sehen beide einen echten Mehrwert. Und ja: Auch der Spirituosenschrank kommt dran - wer hat nicht eine Flasche, die „irgendwann mal“ geschenkt wurde und nun Staub ansetzt?
- Statistik zu Geschenkausgaben in Deutschland (2023): Über 120 Mrd. Euro pro Jahr
- US-Durchschnitt: ~500 US-Dollar pro Kind und Jahr (inkl. Weihnachten, Geburtstag, Thanksgiving)
- Kulturelle Besonderheiten: Rote Umschläge in Asien, KFC zu Weihnachten in Japan
- Diskussion: Wann ist ein Geschenk „zu viel“? Und darf man es wegwerfen?
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